Digitale Innovation – Internetplattformen im Bildungskontext

medien+bildung.com beschäftigt sich intensiv mit Social Media - Facebook, SchülerVZ, Google Docs u. a. - allerdings nicht, weil diese im Trend liegen, sondern weil viele Menschen, ein Großteil davon sind Kinder und Jugendliche, einen nicht unbeträchtlichen Teil ihrer Zeit, ihrer Kommunikation, Datenablage, Texte, Fotos und Grafiken sowie ihre persönlichen Daten in diesen Netzen teilen. Eine wesentliche Aufgabe der Medienbildung besteht darin, die Schattenseiten der Social Networks ins Bewusstsein der Nutzer/innen zu heben. Wer im Netz surft, hinterlässt dabei Datenspuren wie Fußabdrücke im Schnee. Facebook und Google wissen nicht nur, dass bestimmte Seiten aufgerufen werden, sondern können auch genau benennen, von wem. Diese Kenntnis über Vorlieben und Marktinteressen der Nutzer lassen sich gewinnbringend vermarkten.

Neben den Schattenseiten bieten digitale Plattformen weitreichende Chancen für die Bildung. Wer an allen Orten Zugriff auf das Internet hat, hat damit auch Zugang zu unerschöpflichen Wissensbeständen. Wer gelernt hat, diese kompetent zu nutzen, in Hypertexten zu recherchieren und Nützliches herauszufiltern, kann diese Bausteine für den Wissenserwerb gewinnbringend nutzen. Social Media-Komponenten ermöglichen es, Wissensbestände mit anderen zu teilen, Texte gemeinsam zu erarbeiten und online zu kollaborieren. Diese Positivaspekte sind gute Gründe, sinnvolle und kritisch reflektierende Szenarien der Medienbildung in sozialen Netzwerken zu entwickeln und in der Praxis zu erproben. Dies ist allerdings auf den kommerziellen Portalen deshalb nicht möglich, weil nicht gewährleistet werden kann, dass die Serverbetreiber mit den Daten der Nutzer Dinge tun, die pädagogisch und im Sinne des Jugendmedienschutzes verantwortbar sind.

Der Aufbau eigener Portallösungen wird durch leistungsstarke Open Source Projekte vereinfacht. Voraussetzungen sind aber ein umfangreiches Fachwissen und leistungsstarke – d. h. auch kostenintensive – Server. medien+bildung.com nutzt selbst verwaltete Plattformen und stellt diese auch anderen Bildungsorganisationen zur Verfügung:

- www.edura.fm: Dieses in Kooperation mit CoLab entwickelte Online-Radioportal ermöglicht es Schüler/innen, ihre eigenen Radiobeiträge im Internet zu senden. Dabei können sie ihren eigenen Stream füllen und ihre Produktionen in einer Sendung bereitstellen, in der auch Beiträge anderer Gruppen laufen.

- www.moodle-und-bildung.de: Ein Moodlekurs funktioniert wie die digitale Erweiterung des Klassenraums. Schüler/innen können online zusammenarbeiten und Aufgaben, die von der Lehrperson gestellt werden kollaborativ lösen. Zugang zu dem eLearning-Portal haben ausschließlich registrierte Nutzer.

- www.mahara-und-bildung.de: Mittels dieser Plattform ist es möglich, ein soziales Netzwerk aufzubauen, das von Lerngruppen genutzt werden kann. Genau wie Moodle ist es zugangsgeschützt. medien+bildung.com wird diese Anwendung im Kontext Übergang Schule/Beruf einsetzen und z. B. Projekte in der Phase des Schülerpraktikums damit betreuen.

- www.wordpress-und-bildung.de: Mittels WordPress kann man sich ohne Programmierkenntnisse in kurzer Zeit eine moderne Homepage erstellen. Für Schulen ohne eigene Internetpräsenz ist dies eine wertvolle Möglichkeit. Auch Einzelprojekte können diese Technik zur Veröffentlichung von Berichten und Ergebnissen nutzen.

- www.medien-bilden.de: Die Video- und Audioplattform macht es möglich, Rich Media Inhalte auf einem Mediaserver zu veröffentlichen. Durch den hier zur Verfügung gestellten Embed Code kann man seine Medienprodukte wiederum in Blogs, Lernplattformen oder Netzwerken einbetten. Anders als bei YouTube behalten die Nutzer jedoch die vollen Rechte an ihren Medienprodukten.
medien+bildung.com bietet spezielle Multiplikatoren-Schulungen an, bei denen Pädagogen/innen den Umgang mit den Portalen erlernen und Szenarien für den didaktisch sinnvollen Einsatz im Bildungskontext erproben.

Christian Kleinhanss

Pädagogischer Leiter