Praktikumsbericht von Sabine Gärtner

Ich bin Studentin des Aufbaustudiengangs Diplom-Erziehungswissenschaften an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Zuvor studierte ich Grund- und Hauptschullehramt und habe bereits das erste Staatsexamen abgeschlossen. Im Rahmen meines Studiums zur Diplom-Pädagogin mit Wahlfach Medienpädagogik absolvierte ich vom 01.03.2010 bis 30.04.2010 ein 9-wöchiges Praktikum bei medien+bildung.com.

medien+bildung.com hat mehrere Regionalbüros in verschiedenen Städten in Rheinland-Pfalz. Ich absolvierte das Praktikum jedoch im Hauptsitz in Ludwigshafen in der Turmstraße. Die Turmstraße ist aus allen Richtungen mit Bus und Bahn sehr gut zu erreichen und auch mit dem Auto ist man schnell da. Es gibt genügend Parkplätze.

Zunächst bewarb ich mich um einen Praktikumsplatz und bekam auch recht schnell Antwort über die erfolgreiche Bewerbung und machte dann einen Kennenlerntermin aus, um mir die Firma und meinen Arbeitsplatz anzusehen. Der erste Eindruck war sehr positiv, denn es handelt sich bei den Mitarbeiter/innen von m+b.com um ein sehr engagiertes Team, das mich schon beim Kennenlernen direkt auf verschiedene Projekte aufmerksam machte, die während meiner Praktikumszeit stattfinden sollten. Danach hatte ich schon eine recht gute Vorstellung was auf mich zukommen wird.

Am ersten Tag meines Praktikums wurde ich sehr nett empfangen und eingeführt. Besonders schön finde ich, dass bei m+b.com ständig Praktikanten arbeiten und ich auch gleich von einer anderen Praktikantin mitgenommen wurde, die mir alles gezeigt hat und bei der ich direkt mitarbeiten konnte. Während meines Praktikums war noch ein weiterer Praktikant da, was zeigt, dass m+b.com gerne auch mal mehrere Praktikant/innen gleichzeitig einstellt. Zu Beginn des Praktikums trafen sich alle Medienpädagogen/innen mit uns zu einem Gespräch wie die weiteren Wochen gestaltet werden sollten, wer welchen Medienpädagogen/innen an welchem Tag in welche Ganztagsschule begleitet. Sofort stellte sich ein gewisser Tagesablauf heraus: Vormittags arbeitet man im Büro, bereitet die schulischen AG’s vor oder nach und erledigt Arbeiten für medienpädagogische Projekte. Am Nachmittag geht es dann in die in ca. 20 - 30 min Fahrtzeit entfernt liegenden Ganztagsschulen, die verschiedene Medien-AG’s für ihre Schüler mit Unterstützung von m+b.com anbieten. Dabei sind alle Schulformen vertreten, also sowohl Gymnasien als auch Grundschulen. Für mich als angehende Lehrerin war dies sehr interessant, da die Arbeit mit den verschiedenen Altersstufen besondere und unterschiedliche Anforderungen an die Medienpädagogen/innen stellt. Die Mitarbeiter/innen arbeiten gerne und viel mit Praktikant/innen und bezogen uns gleich in ihre Arbeit fest ein. Ich merkte ebenfalls schnell, dass es mir in den kommenden Wochen sicher nicht langweilig werden würde und ich die Chance bekam viel Neues zu lernen und auch schon Bekanntes anzuwenden.

Tätigkeiten:

Gleich zu Beginn des Praktikums begann ich dabei zu helfen einen Radiobeitrag für das Mitmachradio edura.fm zu schneiden. edura.fm entstand aus der Motivation heraus, sowohl Schüler- und Studentengruppen wie auch anderen Jugendgruppen und Privatpersonen eine Möglichkeit zu bieten mit selbst gemachten Beiträgen im Internet auf Sendung zu gehen. Die Plattform unter edura.fm befindet sich immer noch im Aufbau und wird stetig weiter entwickelt.  Zum Schneiden solcher Audio-Beiträge, die meist aus den durchgeführten Medien-AG’s der Ganztagsschulen entstehen, benutzt m+b.com das Programm Adobe Audition. Auch musste ich mich in den ersten Tagen mit Adobe Photoshop beschäftigen, da es notwendig war Logos für die Webseite edura.fm für die verschiedenen Sendegruppen zu entwickeln. So zeigte sich schon nach den ersten Tagen, dass ich meine Kenntnisse, bezogen auf Audio- und Bildbearbeitung erweitern konnte.

Hauptsächlich beschäftigte ich mich während der Büroarbeitszeit jedoch mit dem Videoschnitt, da ich daran besonders gerne arbeite und die Medienpädagogen/innen hier auch besonders viel zu bearbeitendes Material bereit hielten. Schließlich entstehen je nach Art der AG’s jede Woche neue kleine Beiträge, die den Schülern in der darauffolgenden Woche präsentiert werden sollten. Videos werden bei m+b.com mit dem Programm Adobe Premiere Elements bearbeitet, was für mich neu war, da ich aus meinem Studium ein anderes Programm kannte. Auch hier konnte ich also wieder einen Zuwachs an neuen Kenntnissen verzeichnen.

Die Arbeit in den Schulen gestaltete sich sehr angenehm. Als Praktikantin bekam ich die Möglichkeit viele verschiedene Methoden medienpädagogischer Arbeit kennen zu lernen, die mir sicher auch in meinem Beruf als Lehrerin weiterhelfen werden. Des Weiteren konnte ich weitere Erfahrungen im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen sammeln sowie in der Betreuung kleiner Schülergruppen. Für die Medienpädagogen/innen ist es hilfreich Praktikanten/innen dabei zu haben, da es dann besser möglich ist die Gruppe zu teilen und je nach Alter der Schüler/innen unter Anleitung mit mehreren Kameras oder Audiogeräten zu arbeiten. Man bekam außerdem Einblicke in die Schulstrukturen und die Organisation von Ganztagsschulen, die doch an verschiedenen Schulen recht unterschiedlich ausfällt. Insgesamt erhielt ich Einblicke in die Videoarbeit mit Kindern und Jugendlichen und unterstützte die Kinder bei Interviews und anderen Audioprojekten.

Zu den besonderen Projekten, bei denen ich dabei sein durfte, gehört „TanzMedia“ der Medienpädagogin Katja Batzler, die dabei Bewegung und Tanz mit aktiver Videoarbeit verbindet. Ich begleitete sie bei einem kompletten Drehtag in der Schule mit GreenScreen-Aufnahmen. Dies war für mich wiederum eine interessante Erfahrung, da ich bis dahin weder wusste wie dieses Verfahren funktioniert noch wie man in der Postproduktion die GreenScreen-Leinwand durch einen anderen Hintergrund ersetzen kann. Auch erhielt ich kurz vor Ende des Praktikums Einblicke in das Projekt MyMobile, bei dem die Nutzung des Handys im Unterricht mit sinnvollen Inhalten verbunden wird. So wurde das Thema Stadtpläne lesen lernen zum Anlass genommen unter anderem die Bluetooth- und Fotofunktion des Handys zu benutzen. Auch hier konnte ich wieder sowohl wertvolle Erfahrungen im Bereich der Medienpädagogik als auch für den Lehrerberuf sammeln.

Das Praktikum gab mir außerdem die Möglichkeit Erfahrungen im Liveschnitt zu sammeln. Hierfür filmten wir die Aufführung eines TanzMedia-Workshops in Herxheim. Wir bekamen die Möglichkeit mit je einer Kamera auf verschiedener Position nach Anweisung den Auftritt live aufzuzeichnen. Dies war eine sehr spannende Sache und man fühlte sich wie bei einer Fernsehaufzeichnung während man aus seiner Kameraposition die verschiedenen Tänzer/innen in Szene setzte.

Des Weiteren bekam ich auch die Möglichkeit an einem Film-Workshop für Multiplikatoren/innen im Haus der Medienbildung teilzunehmen und erfuhr hier detailliert und in eigener praktischer Durchführung Methoden zur Filmarbeit mit Kindern und Jugendlichen, die ich sicher in Zukunft anwenden kann.
Ein ganz besonderes Projekt war für mich die Betreuung der Radiowerkstatt im Haus der Medienbildung während der Osterferien. Hier arbeiteten die Praktikanten/innen aus der Turmstraße mit dem Medienpädagogen Markus Horn und der Praktikantin aus dem Haus der Medienbildung und der Praktikantin aus Mainz zusammen, so dass wir ein 5-köpfiges Team bildeten, das 4 Tage gemeinsam mit 23 Kindern eine Radiosendung auf die Beine stellte. Wir vereinbarten Interviewtermine und besuchten mit den Kindern unter anderem die BASF, die Stadtbibliothek, das Bowling-Center und die Jugendfarm in Ludwigshafen. Außerdem bekamen wir eine Führung bei RPR1, so dass die Kinder auch den Ablauf eines großen Radiosenders verfolgen konnten. Wir durften sogar live ins Studio und eine der Teilnehmerinnen wurde spontan interviewt. Auch dieses Projekt brachte mir wieder viel Stoff zum Nachdenken über die wichtige und sinnvolle Arbeit mit Kindern in solchen Medienprojekten.

Ich bekam ebenfalls die Möglichkeit den Beratungsstand von medien+bildung.com zu betreuen und war somit bei der Fachtagung „Lernen mit allen Sinnen“ in Ludwigshafen und in Mainz beim Kongress der deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft dabei. Sehr positiv empfand ich auch die Teilnahme sowohl an der Sitzung des pädagogischen Großteams zu Beginn des Praktikums, bei der ich in verschiedene Arbeitsgruppen zur Weiterentwicklung des Angebots von m+b.com einbezogen wurde, als auch am pädagogischen Klausurtag des Betriebs. Beide Sitzungen gaben Einblicke in die Struktur des Betriebs und das Arbeitsfeld.

Wissenswertes:

Man benötigt kein Auto um an die Schulen zu kommen, da man bei den Medienpädagogen/innen mitfährt. Die gemeinsamen Fahrten sind sehr angenehm, weil immer Zeit ist, sich auszutauschen und kennen zu lernen.
Es gibt in der Turmstraße eine Kantine, in der man verschiedenes Essen bekommen kann. Auch sind ein Lidl und eine Bäckerei um die Ecke, sowie diverse Fastfood-Restaurants. Mit der Buslinie 74 und 75 kommt man schnell vom Hauptbahnhof Ludwigshafen in die Turmstraße. Der Bus 74 hält bei der Haltestelle Bliesstraße und der Bus 75 an der Haltestelle Valentin-Bauer-Siedlung, von beiden Orten sind es nur wenige Meter zu Fuß. Von Ludwigshafen Mitte fährt man nur mit dem Bus 75.

Fazit:

Insgesamt kann ich am Ende des Praktikums nur ein positives Fazit ziehen. Ich empfand die Stimmung und die Betreuung, die mir bei m+b.com zu Teil wurde als sehr angenehm. Außerdem bekam ich die Möglichkeit eigenständig zu arbeiten und vor allem bei der Erstellung von Filmen in der Postproduktion mitzuhelfen. Es war sehr abwechslungsreich jeden Tag in anderen Schulen zu sein und Einblicke in verschiedenste Projekte zu erhalten. Der Wechsel zwischen der Büroarbeit und den Medien-AG’s war für mich sehr interessant, da ich in Zukunft sicher auch in beiden Bereichen, also Schule aber auch medienpädagogischer Arbeit tätig sein werde. Ich konnte während des Praktikums die Verbindung beider Bereiche beobachten, was für mich einer der Gründe war, mich für einen Praktikumsplatz bei m+b.com zu bewerben. Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass die medienpädagogische Arbeit anstrengender ist als ich erwartet habe, was vor allem den Transport der Geräte und die Arbeitszeiten angeht. Es ist wichtig zu wissen, dass dieser Job sehr viel Flexibilität erfordert und auch im gewissen Maße körperliche Anstrengung, je nach Ausrüstung, die benötigt wird. Ich hoffe, dass sich ein Konzept, wie es m+b.com vertritt, weiter verbreitet und auch in anderen Bundesländern mehr medienpädagogische Arbeit an Schulen geleistet werden kann. Durch das Praktikum weiß ich vor allem eines: Ich werde in meinem Beruf als Lehrerin alles versuchen um eine Zusammenarbeit mit Schule und medienpädagogischen Teams aufzubauen.

Sabine Gärtner - April 2010

Praktikumsbericht von Jens Aedtner

Mein Name ist Jens Aedtner und zurzeit studiere ich Diplompädagogik mit den Schwerpunkten Erwachsenenbildung und Medienpädagogik an der Johannes-Gutenberg Universität in Mainz. Im Rahmen meines Studiums habe ich in diesem Jahr ein dreimonatiges Praktikum bei medien+bildung.com absolviert.
Zum Großteil der Zeit war ich im Regionalbüro Mainz beschäftigt, wo ich die dortigen Kolleg/-innen bei Ihrer alltäglichen Arbeit in der Lernwerkstatt Ganztagsschule unterstützte. Meine konkreten Aufgaben waren die Planung und Durchführung medienpädagogischer Projekte, sowie deren Nachbereitung. Dazu konnte ich mir im Vorfeld meines Mainzer Einsatzes in Ludwigshafen in einer Technikeinführung zu Beginn des Praktikums die nötigen technischen Kenntnisse aneignen.

Generell kann ich sagen, dass ich als Praktikant bei medien+bildung.com sehr gut betreut und eingesetzt wurde. So hatte ich mehrfach Gelegenheit eigene Projekte selbständig zu planen und durchzuführen. Auch wurde ich stets sehr gut in Abläufe integriert und bei Problemen immer unterstützt.

Solltet Ihr also Interesse an einem Praktikum bei medien+bildung.com haben, kann ich Euch dieses nur empfehlen. Ein Praktikum hier bietet die Möglichkeit in die Praxis der Medienbildung auf sehr vielen Ebenen und für annähernd alle Zielgruppen von Bildung Einblicke zu gewinnen.
Mir hat die Arbeit sehr geholfen zusätzliche Erfahrungswerte und Methoden im Bereich der Medienbildung zu sammeln und so zu meiner Orientierung für die Berufswahl nach dem Studium beigetragen.

Jens Aedtner - Oktober 2008