weiterbildung-digital ist ein Modellprojekt der Partner

  •  Landesvereinigung für ländliche Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz e.V.
  •  Bildungswerk Sport des Landessportbundes Rheinland-Pfalz e.V.
  •  medien+bildung.com gGmbH, Lernwerkstatt Rheinland-Pfalz

März 2014 bis Februar 2016; gefördert aus Mitteln des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz (MBWWK)

Ziele von weiterbildung-digital

Das Lernen mit und über digitale Medien stellt im digitalen Zeitalter eine wesentliche Kulturtechnik dar. Medienkompetente Lernende sind in der Lage, die Vorteile der digitalen Medien für sich zu nutzen und deren etwaige Risiken einzuschätzen. Im Projekt weiterbildung-digital werden hierzu Beispiele und konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt, erprobt, dokumentiert und transferiert.

Mediale Kursräume eröffnen

In Ergänzung zu Seminaren, bei denen sich die Lernenden in einem Seminarraum begegnen und zusammenarbeiten, gibt es Online-Kursräume. Bei dieser Mischform aus Präsenz- und Onlinelernen spricht man von Blended Learning. Als Online-Portale sollen die Lehr-Lern-Plattform "Moodle" und das ePortfolio-System "Mahara" genutzt werden. Beide Plattformen sind Open Source.

Lernen zu jeder Zeit ermöglichen

Lernen ist ein individueller Prozess. Jeder Lernende hat hierbei sein eigenes Lerntempo, seine persönlichen Vorlieben und einen individuell strukturierten Tagesablauf mit oft nur wenigen Zeitanteilen für Weiterbildung. Aus diesem Grund wollen wir Lernangebote erproben, bei denen die Lernenden selbst entscheiden können, wann und in welchem Tempo sie lernen.

Präsenzzeit primär für eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem Thema nutzen

Flipped Classroom-Konzepte verfolgen das Ziel, die Zeit, die eine Weiterbildungsgruppe im Seminar miteinander verbringt, vorrangig für Klärung von Verständnisproblemen, Gruppenarbeit und Vertiefung des neuen Wissens zu nutzen. Zur  Stoffvermittlung produzieren Dozenten Unterrichtsvideos (Tutorials) und stellen diese den Lernenden als „Hausaufgabe“ zur Verfügung. Der Unterrichtsstoff kann online angesehen und nach Bedarf wiederholt werden. In der Präsenzveranstaltung ist damit mehr Zeit für die vertiefende Aufarbeitung.

Weiterbildung an einem Ort eigener Wahl ermöglichen

Die Anmeldezahlen in der Weiterbildung sind tendenziell rückläufig, obwohl der Bedarf und das Interesse an Weiterbildung nicht abgenommen haben. weiterbildung-digital will daher Szenarien erproben, bei dem Kursanteil als Webinar veranstaltet werden. Zum gemeinsamen Lernen muss keiner der Beteiligten anreisen, sondern jeder arbeitet an einem Ort seiner Wahl vor einem Rechner. Gerade im ländlichen Raum mit seinen oft langen und zeitraubenden Wegen zum Veranstaltungsort kann das Home Learning Zeit sparen wirken.

Medienkompetenz vermitteln / verbessern

Trotz beeindruckender Verkaufszahlen besitzen viele Menschen kein Tablet/Smartphone, darunter viele ältere Menschen und Frauen, zumal im ländlichen Raum. Auch geht der Besitz eines Tablets/Smartphomes nicht zwangsläufig mit der Kompetenz zu einer weitgefächerten Nutzung einher. Wir wollen im Rahmen von weiterbildung-digital Einsteigern Kenntnisse im Umgang mit den Geräten vermitteln und Fortgeschrittenen die Geräte als Medium des Lernens nahe bringen.

Erfolge und Erkenntnisse

Auf der Haben-Seite verbuchen wir vor allem folgende Aspekte:

  • Mentale, kognitive und praktische Weiterentwicklung
  •     für Bildungseinrichtungen, Lehrende und Lernende durch die Auseinandersetzung mit weiterbildung-digital als einem neuen Thema und Handlungsfeld
  • Erweiterung der Medienkompetenz
  •     iPads samt Begleitausstattung in technischer wie auch didaktischer Hinsicht nutzen können
  • Größerer Methodenrahmen für Lehrende und Lernende
  •     Mehr Auswahl an Möglichkeiten, Themen zu vermitteln, Lernergebnisse zu dokumentieren und
  • Erfahrung, dass raum- und zeitunabhängiges Lernen funktioniert,
  •     wenn wichtige Parameter berücksichtigt werden
  • Erkenntnis, dass Online-Lernen nicht von allen Teilnehmenden positiv gesehen
  •     und die bisherige Präsenzpraxis angesichts gegebener Stärken weiter Bestand haben wird
  • Mangel an Lehrenden mit Kompetenz und Zeit für die Erstellung von digitalen Lerninhalten
  •     Unsere Lehrenden stecken vielfach in dem Dilemma, über die Kompetenz, aber nicht über die Zeit zu verfügen – oder umgekehrt.
  • Ohne "train the trainer" durch unsere Einrichtungen geht es nicht
  •     Wir müssen selbst aktiv werden, um ausreichend Nachwuchs an qualifizierten  Lehrenden zu gewinnen.
  • Imagegewinn für Weiterbildungseinrichtungen und Lernende
  •     Der Tablet gestützten Weiterbildung haftet (aktuell noch) ein fortschrittliches Image an, sie erweckt Aufmerksamkeit und ermöglicht den Einrichtungen einen Zugang zu jüngeren Zielgruppen.

Wichtig ist uns die Erkenntnis, dass reine eLearning-Szenarien für die heutigen Zielgruppen in unseren Einrichtungen höchstens im Ausnahmefall denkbar sind. Wir sind gut beraten, die besonderen Qualitäten der Präsenzveranstaltungen weiter zu pflegen und sie durch Online-Elemente für Lernende und Lehrende sinnvoll ergänzen. Für Szenarien des Blended Learning sehen wir ein großes Potenzial.


Ansprechpartner/in Christian Kleinhanß 0621-5202282 kleinhanss@medienundbildung.com