LuView

medien+bildung.com nutzt die Technik der Online-Kartendienste verknüpft mit verschiedenen digitalen Medien für Projekte der kulturellen und politischen Bildung. Das Projekt „LuView“ (2013 bis 2015) dient beispielhaft der digitalen Lebenswelt- und Stadterkundung. Es wurde ermöglicht durch die Förderung des Fonds Soziokultur und der Stadt Ludwigshafen; Kooperationspartner von medien+bildung.com war das Wilhelm-Hack-Museum der Stadt Ludwigshafen.

Mit verschiedenen Gruppen (Kindern, Jugendlichen, schulischen / außerschulischen Gruppen, Studierenden, Erwachsenen) wurden Erzählungen entwickelt, die sich an Straßen, Plätze, Orte in Ludwigshafens Innenstadt knüpfen. Diese Erzählungen (fiktional oder dokumentarisch) wurden mit künstlerischen Medien (geschriebene oder gesprochene Texte, Fotografie, Video, andere Bildmedien) umgesetzt und mittels digitaler Medien (Handy-App; Website; Online-Map) publiziert.

Das Gesamtprojekt bestand aus einer Folge von Einzelaktionen mit jeweils einer Gruppe zur Entwicklung und Produktion einer „Weg-Erzählung“ durch die Innenstadt. Diese Einzelproduktionen wurden in einer Gruppe und in der Regel mit einem Team aus einer pädagogischen Fachkraft und dem Medienpädagogen erarbeitet und als Ergebnis auf der Website www.luview.de veröffentlicht. So entstanden eine Reihe von Stadtspaziergängen bzw. Stadtrallyes mit unterschiedlichem Charakter und Inhalt, die von Interessierten entweder „virtuell“ auf der Website oder „real“ im Stadtraum – z. B. mittels per Handy-App eingespielter medialer Inhalte – nachvollzogen und abgelaufen werden können.

Mit der öffentlichen Aktion „Räume für Träume“ begann am 21. März 2014 am Berliner Platz das Projekt „LuView“. Seitdem haben sechs Ludwigshafener Gruppen sechs multimediale Stadtrundgänge erstellt, die abschließend Ende März 2015 in einer Ausstellung im Wilhelm-Hack-Museum als Parcours „begangen“ und mit Hilfe von Tablets ausprobiert und betrachtet werden konnten.
Die medialen Stadtrundgänge im Einzelnen:

•    Wildes LU – jede Stadt ist grün: Die „Hackgärtner“ stellen Wildpflanzen in der Stadt vor. Ihren Rundgang durch das Ludwigshafener Zentrum gibt es als App und als gedruckte Broschüre mit Elementen der „Augmented Reality“.
•    Stolpersteine-Tour: 6 Biografien von Ludwigshafener Opfern des Nationalsozialismus werden über den Audioguide und die App der Schülergruppe des Pfalzkollegs Speyer lebendig.
•    L´Urban – Architektur, Stadt, Mensch: Architektur-Studierende der SRH Hochschule Heidelberg öffnen den Zuschauerinnen und Zuschauern mit ihren Videoclips die Augen für die städtebaulichen Besonderheiten der Chemiemetropole Ludwigshafen.
•    Kinderstraße: Schülergruppen der Grundschulen Bliesschule und Karl-Kreuter-Schule porträtieren ihr Wohnviertel in Bild und Ton.
•     Plötzlich weg! / Detektive LU: Durch den Hemshof führen die interaktiven Kriminalgeschichten, die Jugendliche in einem Ferienworkshop für das Smartphone produzierten.
•    hackerklub meets streetart: Die Kunst auf Ludwigshafens Straßen und Plätzen steht im Mittelpunkt der Beiträge, die eine Gruppe des Carl-Bosch-Gymnasiums, im Rahmen des wöchentlich stattfindenden Jugend-Medienclubs des Museums, produziert hat.

Die teilnehmenden Gruppen erwarben im Projekt nicht nur Kenntnisse über Möglichkeiten des Präsentierens, des digitalen Erzählens und Publizierens, sie verwirklichten auch digitale Veröffentlichungen, die über die Projektdauer hinaus Wirkung entfalten. So wird z. B. „Wildes LU – jede Stadt ist grün“ als geführter Stadtspaziergang angeboten, die „Stolperstein-App“ wurde außerhalb des Projekts LuView von den beteiligten Schülerinnen und Schülern weiter entwickelt und wird mehrfach bei Fachveranstaltungen vorgestellt und mit der „Kinderstraße“ wird die bekannte „analoge“ Methode „Die Straße, in der ich wohne…“ mit den Möglichkeiten digitalen „Storytellings“ angereichert. Das im Frühjahr 2015 abgeschlossene Projekt LuView liefert damit Grundlagen und Erfahrungen für weitere Projekte der digitalen Lebenswelt- und Stadterkundung.


Ansprechpartner/in Steffen Griesinger 0621-9634980 griesinger@medienundbildung.com