Pilotprojekt für kreative Medienerziehung in Fachschulen für Sozialwesen

„Auf dem Tablet serviert. Einsatz von Tablets für kreative Medienerziehung in Fachschulen für Sozialwesen.“ Der Name war Programm bei der zweitägigen Fortbildung am 20. und 21. März 2018 in Mainz unter der Leitung von Birgid Dinges, Natalie Frank und Friedhelm Lorig, mit vielen praxisorientierten Übungen und hochmotivierten Fachschullehrer/innen. Dies war der Start eines Pilotprojektes, das in Kooperation mit dem rheinland-pfälzischen Bildungsministerium RLP und dem Pädagogischen Landesinstitut von medien+bildung.com durchgeführt wird.

Nach einem kurzen Warm-up zur eigenen Mediensozialisation startete der erste Fortbildungstag in die medienpädagogische Praxis mit iPads. Die Teilnehmenden erhielten eine Einführung zur Visualisierung von Bildungsinhalten und dann die Aufgabe mithilfe der App „Book Creator“ anhand eines roten Fadens die beiden Fortbildungstage zu dokumentieren. Anschließend konnten sie dann unter Anwendung der App „Comic Life“ ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Mit Unterstützung des Referent/innenteams entwickelten sie zahlreiche Ideen, die beiden Apps in konkrete Lernszenarien einzubinden. Nach einem theoretischen Input zum Thema aktuelle Herausforderungen und Fragestellungen der Medienpädagogik entstand vor der Mittagspause eine angeregte und interessante Diskussion zum richtigen Einstiegsalter für Medien in der Kita. Am Nachmittag visualisierten die Teilnehmenden Pro- und Kontraargumente eines sinnvollen Medieneinsatzes in der Kita anschaulich als digitale Wortwolke. Die Fachreferent/innen von medien+bildung.com gaben schließlich eine Einführung in Audioproduktion, Hör- und Zuhörförderung. Großen Spaß machte es daraufhin allen Teilnehmenden, in kleinen Teams Hörquizze zu erstellen. Mit der App „MSQRD“, mit der viele lustige Bilder entstanden, wurde die Stimmung weiter aufgelockert. Zum Tagesfeedback ging es dann mit der App „Quiver“ in den Bereich der „Augmented Reality“.

Der Tag 2 der Fortbildung begann mit dem Einsatz des OER-Werkzeugs „Padlet“. Komfortabel ließen sich damit alle Fortbildungsergebnisse der beiden Tage sammeln und mit ergänzenden Informationen versehen. Der darauf folgende Input zu medienpädagogischer Fachliteratur und zu Praxisbeispielen aus den Projekten „mec“ und „KiTab.rlp“ von medien+bildung.com stieß erneut eine angeregte Diskussion unter den Lehrer/innen über die Mediennutzung von Kindern und die Rolle der Medienpädagogik in der schulischen Erzieher/innenausbildung an. Der Austausch untereinander wurde als sehr fruchtbar für die eigene pädagogische Arbeit an den Fachschulen empfunden. Die Projektpräsentation von „Emma und Cubetto“ rief erstaunen hervor: wie niedrigschwellig sich auch das Thema "Coding" in der frühkindlichen Bildung altersgerecht einführen lässt. Die Meinungen der Teilnehmer/innen gingen von „Wow, schwierig zu verstehen, aber sehr interessant für Kinder“ bis hin zu „Muss das unbedingt sein?“. Nachdem sie jedoch den rollenden Holzwürfel „Cubetto“ selbst programmieren konnten, hatten sie tolle Ideen für einen Transfer in den Unterricht.

Sowohl kurze Erklärfilme als auch die Thematisierung von Realität und Fiktion wurden vielfältig mit der App „Puppet Pals“ umgesetzt. Das Entwickeln konkreter Szenarien zur Einbindung in das Curriculum der Lernmodule fiel den Teilnehmenden leicht. „Ich habe anschauliche und lustige Beispiele gelernt und viele Anregungen für den Unterricht mitgenommen.“ So endeten zwei erfolgreiche Fortbildungstage mit einer Teilnehmergruppe, die viele Anregungen mitnehmen konnte, interessiert war Neues zu lernen und die Seminaratmosphäre als sehr angenehm empfand. „Am liebsten möchte ich sofort loslegen!“, so das Fazit einer Teilnehmerin. Ab Herbst qualifiziert medien+bildung.com im Rahmen der Pilotphase des Projektes die Erzieher/innen in der Ausbildung von neun rheinland-pfälzischen Fachschulen. Die teilnehmenden angehenden Fachkräfte können das medienpraktische Know-How dann gleich in ihren Praxisphasen in den Kitas und in schulischen Projekten umsetzen.