Kooperationsbericht Studienseminar Speyer

Im Sommer 1997 lernte ich Herrn Heydolph bei einer Veranstaltung im Offenen Kanal in Speyer kennen. Zu der Zeit hatte ich gerade die Erfahrung gemacht, dass die Zeit für den Schnitt eines Videofilmes so viel Zeit beansprucht hatte, dass ich diese Technik nie mehr verwenden wollte, aber die Begeisterung meiner beteiligten Schülerinnen und Schüler doch nicht missen wollte. Wieder einmal hatte ich festgestellt, dass der Einsatz des Mediums Videokamera nicht nur ein weiteres Medium war, sondern ganz unterschiedliche Lerntypen zum Lernerfolg verhalf und auch die „Randfiguren“ der Klasse ihre Kompetenzen zeigen konnten.

Vor diesem Spagat wollte ich meine Kolleginnen und Kollegen von der Notwendigkeit der Videoarbeit im Unterricht der berufsbildenden Schule überzeugen. Es gelang mir insgesamt neun Kolleginnen und Kollegen vom Staatlichen Studienseminar für das Lehramt an berufsbildenden Schulen in Speyer und Kaiserslautern für ein zweitägiges Seminar, das in Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum Bürgermedien und dem Offenen Kanal in Speyer durchgeführt wurde zu gewinnen. Herr Ralph Heydolph war auch unser Begleiter.

Aus der Reflexion der Veranstaltung wuchs die Idee des „Drehen ohne Schnitt“ und die Verfestigung des Anspruchs, dass die zu bearbeitende Thematik einem Lehrplan der berufsbildenden Schule entnommen sein muss, da es in dieser Schulart kaum Raum für Arbeitsgemeinschaften gibt.

Jetzt – im Frühjahr 1999 – begann der die eigentliche Arbeit mit den Lehramtanwärtern. Mindestens zwei, meistens drei, zweitägige Veranstaltungen wurden im Jahr angeboten. Immer waren die Veranstaltungen mit mindestes zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern belegt. Markus Müller, Mitarbeiter im Offenen Kanal Landau löste 2002 Herrn Heydolph ab.

Neben der personellen Veränderung wurde auch die Organisation in der Form verändert, dass das Drehbuch für die Videoaufnahme spätestens eine Woche vor dem Veranstaltungstermin erstellt wurde. Dadurch wurde Raum geschaffen um die Nachbearbeitung der Aufnahme auf eine breitere Basis zu stellen.

Wichtig ist, dass bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Nachhaltigkeit der Verwendung des Erarbeiteten in allen Ausbildungsfächern zu beobachten ist. Im Rahmen des zweiten Staatsexamens wurden in ganz unterschiedlichen Fächern mit völlig verschiedenen Schülerinnen und Schülern auf ganz unterschiedlichen Niveaustufen gearbeitet.

Drei Arbeiten möchte ich nennen: In Metalltechnik wurde in einer Berufsfachschulklasse eine Metallbearbeitungsmaschine mit Unterstützung der Videotechnik erklärt. In der gleichen Schulform wurde unter dem Titel „Wir sind anders als ihr denkt“ auf die Probleme zwischen den Generationen hingewiesen. Und schließlich hat ein Berufsvorbereitungsjahr Auftreten und Verhalten für ein Bewerbungsgespräch trainiert.

Nach dem Referendariat war die Teilnahme einer ehemaligen Referendarin mit ihrer Klasse am Fremdsprachenwettbewerb und die Belegung eines ersten Platzes der bisherige Höhepunkt.

„Das bringst was!“, „.. die Veranstaltung selbst macht Spaß und die Umsetzung in der Klasse ist sehr effektiv“, „viel über Lernen gelernt und zwar in kurzer Zeit!“, das sind nur wenige Äußerungen von Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Da sich die Kenntnisse im Bereich der Videoaufnahme – nicht zuletzt durch veränderte Technik – verändert hat, bieten wir unsere Veranstaltung seit März 2007 als eintägige Veranstaltung mit Vorbereitung des Drehbuchs an.

Wir wünschen uns, dass die konstruktive und unproblematische Zusammenarbeit mit der medien+bildung.com noch recht lange anhält.

Speyer, den 24. August 2007

Brigitte Oswald, Fachleiterin im Allgemeinseminar