Kooperationsbericht Pamina Studienseminar Rohrbach

Das Pamina Studienseminar in Rohrbach kooperiert schon seit 1997 im Rahmen der Medienausbildung mit dem Bildungszentrum BürgerMedien sowie dem Offenen Kanal in Landau. Zusammen mit Herrn Ralf D. Heydolph von der Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter (LPR) bzw. ab 2000 mit Markus Müller, vom Offenen Kanal Landau, führt das Studienseminar seit dieser Zeit verschiedene Seminare durch. Für die Organisation und Durchführung der Seminare zeichnen von Seiten des Studienseminars Rohrbach die beiden Fachleiter Klaus P. Wolff und Franz Walz verantwortlich.

Seit 2005 fungiert Frau Birgid Dinges [zunächst Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK), jetzt medien+bildung.com GmbH (m+b.com)] als Ansprechpartnerin für Fortbildungen im Medien-/Videobereich für das Studienseminar.

Ziel all dieser Veranstaltungen ist neben der praktischen Medienarbeit die Vermittlung von gestaltungs-, beurteilungs- und handlungsorientierter Medienkompetenz in Schulen und Studienseminaren. Dazu erhalten die Fachleiter/-innen sowie Lehramtsanwärter/-innen eine praxisbezogene Einführung in die Videoarbeit. Sie soll sie in die Lage versetzen, selbst eine reflektierte Medienarbeit mit Lehramtsanwärter/-innen bzw. mit Schülern/-innen praktisch durchzuführen, die Adressatengruppe zu eigener Mediengestaltung, -beurteilung und Medienbewertung zu befähigen um so einen bewussteren und aktiveren Umgang mit Medien zu erreichen.

Die Medienarbeit im Studienseminar erfolgt dabei mit - je nach Adressatengruppe und Thematik - unterschiedlicher Schwerpunktsetzung.

1) Ausbildung der Lehramtsanwärter/innen

Im Rahmen der Referendarausbildung veranstaltet das Studienseminar seit 1997 21/2-tägige Projekte zur Medienerziehung. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass die Schüler heute eine Welt erleben, die sehr stark von Medien geprägt wird. Schon recht früh kommen sie mit den verschiedensten Medien in Berührung. Eine Hinführung zum aktiven aber reflektiertem Mediengebrauch - vor allem zum Umgang mit dem Medium Fernsehen, aber auch mit zugänglichen Videos aus dem Internet  - erscheint deshalb besonders wichtig. Bei diesen medienerzieherischen Aktivitäten sollten die Schüler aber nicht nur den sinnvollen Umgang mit Medien erfahren, sondern auch Alternativen zum Medienkonsum kennen lernen und nutzen. Allerdings leidet die Realisierung teilweise noch an der z.T. unzureichenden medientechnischen Ausstattung der Schulen bzw. an den fehlenden praktischen Erfahrungen der Lehrkräfte. In den letzten Jahren hat sich jedoch die Situation an den Schulen – vor allem in technischer Hinsicht – deutlich verbessert.

Zielsetzung dieser Seminare mit dem Titel „Vom Drehbuch zum fertigen Videofilm“ ist es, die Teilnehmer/-innen in die Lage zu versetzen, Videoarbeit zunächst einmal selbst kennen zu lernen, damit sie diese dann später in der Schule umsetzen können.

Daneben soll den zukünftigen Lehrer/-innen die Arbeit der Offenen Kanäle und deren technische Ausstattung vorgestellt werden. Dazu werden bei diesen Medienseminaren die Teilnehmer/-innen zunächst in die im Offenen Kanal verwendete Technik praktisch eingeführt. Beispielhaft wird dann aufgezeigt, welche Schritte bei der Produktion eines Videofilmes bzw. einer Live-Sendung erforderlich sind. Hierzu wird in Kleingruppen ein  kurzer Videobeitrag aufgezeichnet und anschließend am Schnittplatz von den Teilnehmern/-innen nachbearbeitet und vertont. Abschließend besteht für die Lehramtsanwärter/-innen im Fernsehstudio des Offenen Kanals Landau noch die Möglichkeit, eine Live-Sendung zu simulieren, in die die verschiedenen Beiträge Eingang finden können. Diese Videoprojekte werden später in das Kabelnetz der Post eingespeist und in Landau und den angeschlossenen Ortschaften im Umkreis von Landau gesendet.

Im Verlauf der Projekttage werden die Teilnehmer auch über die Arbeit der Offenen Kanäle informiert. Diese Offenen Kanäle in Rheinland-Pfalz bieten mit ihrer technischen Ausstattung den Schulen die Gelegenheit, Medienarbeit mit Schülern praktisch umzusetzen.

Im Jahre 2005 erfolgte die Durchführung der Projekttage erstmals unter dem übergreifenden Thema „Ritter und Burgen“, wobei ein Großteil der Workshops selbst auf der Burg Landeck stattfanden. Die angebotenen Projekte befassten sich inhaltlich mit der Zeit der Ritter bzw. mit der Burg Landeck. So richtete beispielsweise eine Gruppe in dieser Zeit ein Ritterlager auf der Burg ein und lernte auf diese Weise das Ritterleben hautnah kennen.

Das Videoprojekt „Die Burg Landeck - Wir drehen einen Videofilm“ wurde auf der Burg Landeck umgesetzt und später im Offenen Kanal Landau bearbeitet und vertont. Nach einer intensiven Einführung in die Grundlagen der Videotechnik, wurden von zwei Gruppen die Videobeiträge „Die schöne Brigitte“ und „Um´s Eck auf Landeck“ geplant und gedreht. Während als Grundlage für den Beitrag „Die schöne Brigitte“ eine Sage diente, die von den Teilnehmer/-innen abgewandelt und mit viel hintersinnigem Humor ausgestattet wurde, stellte der Beitrag „Um´s Eck auf Landeck“ die traumatischen Erlebnisse einer Burgbesucherin während einer Burgführung spannend dar. Unterstützt wurde die Durchführung dieses Videoprojektes wieder durch die Mitarbeit von Markus Müller vom Offenen Kanal Landau.

2006 führte das Studienseminar Rohrbach die Projekttage erstmalig in dieser Form auf der Burg Altleiningen durch. Über die Ansprechpartnerin bei der LMK - Frau Birgit Dinges – erfolgte die Bereitstellung der Kamera-Sets sowie verschiedener Informationsmaterialien. Die einzelnen Videos wurden außerhalb bzw. in der Burg Altleiningen gedreht, wobei die Teilnehmer/-innen unter dem gemeinsamen Thema “Miteinander videoaktiv” mehrere Videobeiträge erstellten und vor Ort mit Videoschnittsoftware des Computers bearbeiteten. Während eine Gruppe in ihrem Beitrag „Playmobil“ mit Spielfiguren und der Stopp-Trick-Technik arbeitete, drehten die anderen Gruppen die Videos „Rapunzel“, „MM – WW?“ und die „Sendung mit der Maus“ mit den beteiligten Personen als Darsteller. Auch bei diesen Projekttagen stand neben der Vermittlung technischer Kenntnisse die Medienerziehung im Mittelpunkt.

Im Rahmen der Projekttage 2007 wird wieder Videoarbeit in Projektform auf der Burg Altleiningen stattfinden.

2) Aus- und Fortbildung der Fachleiterinnen und Fachleiter

In den Jahren 1998-2001 wurden im Studienseminar Rohrbach außer den Lehramtsanwärtern/-innen auch Fachleiter/innen für die Medienarbeit geschult. Neben sogenannten Einführungsseminaren, in denen die Grundlagen der Videoarbeit vermittelt wurden (s.a. Medienausbildung für Lehramtsanwärter/innen), fanden außerdem Aufbauseminare mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten statt.

So wurden in dem Fortführungsseminar „Wir drehen einen Videofilm nach literarischen Vorlagen“ (Bsp.: Textabschnitt aus dem Roman “das Vorbild” von Siegfried Lenz, 9. Schuljahr) Möglichkeiten aufgezeigt, wie man Medien nicht nur zur Effektivierung von Unterrichtsprozessen nutzen, sondern auch im Unterricht selbst thematisieren kann.

Als Grundlage einer Textanalyse diente ein Abschnitt aus dem Roman “Das Vorbild” von Siegfried Lenz. Dieser Text sollte von den Teilnehmern/-innen so aufbereitet werden, dass er danach mit den Möglichkeiten der “Filmsprache” in einen “visuellen Text” umgeformt werden konnte. An diesem Beispiel wurde exemplarisch aufgezeigt, wie es an Schulen gelingen kann, den Aufbau einer bewusster gestalteten Rezeption zu erschließen und damit Medien im pädagogischen Alltag zum Gegenstand zu machen.

Beim Seminar “Blick - Kamera - Text – Film“ (Wahrnehmungserziehung in der Schule) erhielten die Fachleiter/-innen zunächst eine kurze Einführung in die Ziele zukünftiger Medienpädagogik. Dabei wurde verdeutlicht, dass die Vermittlung von Medienkompetenz keine zusätzliche pädagogische Aufgabe darstellt, sondern dass die aktive Mediennutzung selbst eine wichtige Lernmöglichkeit der Zukunft sein wird. Anschließend befassten sich die Teilnehmer/-innen mit den Möglichkeiten der “Filmsprache”. Neben der Beantwortung der Frage “Was heißt “filmisches” Filmen?” wurden die Auflösung von Filmsequenzen in verschiedene Einstellungsgrößen sowie das Drehen ohne Schnitt praktisch erprobt. Abschließend wurde an einem Beispiel (Kurzspielfilm) exemplarisch aufgezeigt, wie Schulen solche Medien im pädagogischen Alltag zum Unterrichts-/Lern-Gegenstand machen können.

Das Aufbauseminar “Videoaktiv mit Kindern” (Videoarbeit im Grundschulbereich mit praktischen Beispielen) zeigte anhand von Beispielen, welche Möglichkeiten bestehen, mit Kindern Videoarbeit in der Grundschule zu gestalten und durchzuführen.
Dazu erprobten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst verschiedene Möglichkeiten:

 Bei “Kopfstände und andere Lügen” geht es darum, den Kindern den Unterschied
     zwischen Abbild und Realität zu zeigen.

 Mit dem “Stopp-Trick” lassen sich Gegenstände “verwandeln”, “verschwinden” oder
     “auftauchen”.

 “Zeichentrick” und “Sachtrick” ermöglichen den Kindern eigene Geschichten zu erfinden
     und filmisch umzusetzen.

 “Mundmensch” und “Fingermensch” zeigen, welche enorme Wirkung eine  ungewohnte
     Betrachtungsweise haben kann.

Anschließend erstellten die Teilnehmer/innen selbst eigene Videobeiträge, in denen auf die Anregungen der vorgestellten Beispiele zurückgegriffen wurde.

3) Besondere Veranstaltungen des Pamina Studienseminars Rohrbach

a) „Rohrbacher Medientag“

Am 27.04.1999 führte das Studienseminar Rohrbach den sogenannten „Rohrbacher Medientag“ durch. Bei dieser Veranstaltung wurde im Dorfgemeinschaftshaus ein Fernsehstudio aufgebaut. Die technische Ausstattung stellte die Landeszentrale für private
Fernsehanbieter (LPR) zur Verfügung. Zusammen mit Herrn Ralf D. Heydolph bedienten an diesem Tag Fachleitern/innen und Lehramtsanwärter/innen das Fernsehstudio. Interessierte erhielten die Möglichkeit, die im Fernsehstudio eingesetzte Videotechnik und deren Handhabung kennen zu lernen und den Umgang mit der Kamera auszuprobieren. Außerdem wurde ein Gewalt-Medien-Projekt mit Unterrichtseinheiten für die Orientierungsstufe und die Sekundarstufe I von Frau Dr. Pres vorgestellt. Daneben präsentierten Verlage neue Lehr- und Lernmittel und beantworteten Fragen der Besucher.
In einem abschließenden Vortag stellte Frau Lang noch die Arbeit der Lernwerkstatt des Studienseminars vor.

b) „Tag der Sprachen“ (2001)

Beim sogenannten „Tag der Sprachen“ am 22.09.2001 wurde in der Lernwerkstatt des Studienseminars ein Fernsehstudio aufgebaut. Die technische Ausstattung stellte der Offene Kanal Speyer zur Verfügung. Zusammen mit ihrem Klassenlehrer – Fachleiter Berthold Schnabel -  bereiteten Schüler/innen der GS Deidesheim-Wachenheim den Ablauf des Tages im Fernsehstudio vor. Dazu wurde ein Teil der Klasse mit der Technik des Fernsehstudios vertraut gemacht. Die Kinder organisierten aber nicht nur den Einsatz an den verschiedenen Geräten wie Kamera und Ton, sondern sie bereiteten auch kleinere Beiträge vor, die später im Fernsehstudio aufgezeichnet wurden. Unter der Anleitung von Markus Müller (Offener Kanal Landau) sowie den beiden Fachleitern Klaus P. Wolff und Franz Walz übernahmen die Schüler/innen an diesem Tag alle anfallenden Aufgaben. So führten sie nicht nur überaus kompetent Regie, sondern sie bedienten auch sehr geschickt die Kamera, zeichneten den Ton auf und bearbeiteten abschließend die Beiträge. Während der Veranstaltung luden die Schüler/innen auch Gäste in das Studio ein, zeichneten Interviews oder die Darbietungen verschiedener Schulgruppen auf.        

c) Gemeinsamer Studientag der Integrierten Gesamtschule Kandel und des
     Pamina Studienseminars Rohrbach (2004)

Auf Anregung der Seminarleiterin des Pamina Studienseminars Rohrbach, Frau Dr. Pres, fand am 08.11.2004 an der Integrierten Gesamtschule in Kandel ein gemeinsamer Studientag mit dem Pamina Studienseminar Rohrbach statt. Das übergreifende Thema lautete „Multimedia und Lernen“. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch das ILF in Mainz (Dr. Wolfgang Hissnauer) sowie der LMK in Ludwigshafen (Birgit Dinges).

Für den Einführungsvortrag konnte Prof. Dr. Aufenanger gewonnen werden, der zur Mediensozialisation aus der Sicht der Schüler (und zwar die positiven Effekte), zum neuen Verständnis des Lehrens und Lernens mit neuen Medien und zu Pädagogischen Kriterien für Multimedia-Anwendungen referierte. Nach jedem Abschnitt wurde dem Plenum Ge-

legenheit gegeben, Fragen zu seinen Ausführungen zu stellen. Im Anschluss an den Vortrag wurden 10 Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten, die von den beiden Kollegien der beteiligten Institutionen besucht wurden (s. Tabelle unten).

Nr. Name Leitung Inhalt

1 Medienpaket: Toleranz, Verantwortung, Zivil-courage, Engagement Wolfgang Holzner
(IGS Kandel)
 Das Medienpaket „STEP 21“ bietet eine Fülle von Unterrichtsmaterialien, Medien und Projektideen, die den Dialog über die Wert-maßstäbe des eigenen Handelns anstoßen. Dabei werden Mediengewohnheiten von Jugendlichen (12-19 Jahre) produktiv ge-nutzt.

2 Erstellung des Radio-
magazins „Echt Klasse!“
 Jörg Kreiter
(Pamina Studienseminar) Es wird ein einstündiges Radiomagazin erstellt, das aus einem Hörspiel und Musik besteht.

3 Videoarbeit – Erstellung
eines Drehbuchs und
Videofilms
 Klaus P. Wolff /
Franz Walz
(Pamina Studienseminar) Aufbauend auf den vermittelten Grundlagen kann in Zusammenarbeit mit dem Offenen Kanal ein Videofilm nach einer literarischen Vorlage gedreht werden.

4 Daily Talkshows – Ein medienpädagogisches Konzept
 Dagmar Tischmacher
(Pamina Studienseminar)
 Am Beispiel von vier bei Jugendlichen be-
liebten Daily Talkshows wird exemplarisch produktionsorientiertes Hintergrundwissen vermittelt, ebenso werden eigene Rezep-
tionsvorlieben reflektiert.

5 Erstellung eines Zeichentrickfilms – Filmtricks lernen mit „Yellow Submarine“
 Ulrich Krumsieg
(IGS Kandel)
 Das Projekt beinhaltet die Produktion eines kurzen Zeichentrickfilms in Anlehnung an den Beatles-Film „Yellow  Submarine“. Neben sprachlichen und gestalterischen Zielen sollen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeiten von Film und Filmtricks kennen lernen.

6 Entwurf und Entwick-lung von Labeln für Getränkedosen – Das Zusammenspiel von Inhalt und Verpackung beim Gebrauchsdesign Herr Kleinhanß
(LMK/OK)
 Kunstprojekt zum Thema „Wirkung der Schrift beim Gebrauchsdesign“. Schülerinnen und Schüler entwerfen selbstkreierte Getränkedosen und erstellen dazu eigene Werbespots.

7 Umsetzung eines Werbespots in einen Musikvideoclip Swantje Stein (IGS Kandel)
Markus Müller
(OK Landau) Schülerinnen und Schüler untersuchen visuelle und sprachliche Manipulationstechniken der Werbung und erstellen zu einem deutschen Lied „Toothbrush“, das im Rap-Stil für das Zähneputzen wirbt, einen Musikvideoclip.

8 Erstellung von Comics mit STEP 21
 Rüdiger Böckmann
(IGS Kandel) Das Projekt beinhaltet die Erstellung eines Comics mit anschließender Präsentation und Reflexion im Plenum.

9 Naturwissenschaftliches Lernen mit der CD-ROM „Ganz schön vermessen“ Karin Spies
(IGS Kandel) Die CD-ROM zum Thema „Geographische Informationssysteme“ ist für den fächer-verbindenden Einsatz entwickelt.

d) Integrationstag „Medien“ (2005)

Im Rahmen der Ausbildung der Lehramtsanwärter/innen führt das Pamina Studienseminar in Rohrbach eintägige „Integrationstage“ durch, die sich thematisch mit einem Schwerpunkt befassen.

So wurden beim Integrationstag „Medien“ am 10. Mai 2005 verschiedene Workshops zu diesem Thema angeboten und durchgeführt, zu den sich die Lehramtsanwärter/innen frei zuwählen konnten. Nach einem Impulsreferat von Frau Dr. Pres zum Thema „Multimedia und Lernen“, in der sie Stellung zu der Frage nahm, „Welche pädagogischen Kriterien müssen wir entwickeln, um Multimedia-Anwendungen einsetzen und beurteilen zu können?“, erfolgte eine kurze Aussprache. Im Abschluss daran wurde in Gruppen ein pädagogisches Gespräch zum Thema „Das Medienverhalten unserer Schüler/-innen – Was fangen wir damit an?“ geführt. Danach erfolgte die Arbeit in verschiedenen Workshops, in denen Themen sowohl für die Grund- als auch die Hauptschule angeboten wurden (s. Tabelle unten).
   
Nr. Thema Leitung Ort

1 Comics im Unterricht (GS/HS)
Wir stellen mit einem Computerprogramm Comics selbst her. Dr. U. Pres /
S. Pfeiffer
(Pamina Studien-seminar) Studienseminar
Rohrbach
Seminarraum

2 PowerPoint in der GS
Über praktische Beispiele erstellen wir unterrichts-relevante Präsentationen und setzen so den Com-
puter als „elektronische Tafel“ ein. V. Brustmeier
(ehem. LAA) GS Herxheim
Computerlabor

3 Gruselprojekt (GS)
Wir erstellen eigene Gruselgeschichten in Bild und Ton. Dabei wird gezeigt, wie Schüler/innen medien- vermittelte Gruselerfahrungen bewusst gemacht werden können.  Ch. Donie
D. Smeets
(ehem. LAA) Studienseminar
Rohrbach
Lernwerkstatt

4 „Videoaktiv mit Kindern” - Videoarbeit im Grundschulbereich mit praktischen Beispielen (GS)
Wir lernen anhand praktischer Beispiele kennen, wel- che Möglichkeiten bestehen, mit Kindern Videoarbeit in der Schule zu gestalten und durchzuführen. K. P. Wolff /
F. Walz
(Pamina Studien-seminar)
M. Müller
(OK Landau) Offener Kanal Landau

5 Ordnung in meinen Daten (GS/HS)
Wir erhalten eine Einführung in das Programm „MS ACCESS“ und lernen, wie man damit Ordnung in seine Datensammlung bringen kann.   Dr. G. Bentz
(LAA) GHS Billigheim-Ingenheim
Computerlabor

6 Daily Talkshows – ein medienpädagogisches Konzept
Über praktische Beispiele erstellen wir unterrichts-relevante Präsentationen und setzen so den Computer als „elektronische Tafel“ ein. D. Tischmacher
(Pamina Studien-
seminar) Studienseminar
Rohrbach
Schülerbibliothek

7 Erstellung des Radiomagazins „Echt Klasse!“
Wir erstellen ein Radiomagazin, das aus einem Hörspiel und Musik besteht. H. Zirkel
J. Kreiter
(Pamina Studien-
seminar) Studienseminar
Rohrbach
Dorfgemeinschaftshaus

8 Hot Potatoes
Wir lernen die Arbeit mit dem Computerprogramm „Hot Potatoes“ kennen und werden praktische Beispiele für den Unterricht erstellen. D. Schlegel
(Pamina Studien-
seminar)
 HS Bad Bergzabern
Computerlabor

Bereits seit 1997 findet eine erfolgreiche Zusammenarbeit des Pamina Studienseminars in Rohrbach mit dem Offenen Kanal in Landau und der LPR in Ludwigshafen bzw. deren Nachfolgeorganisationen statt.

Lag die Leitung und Durchführung dieser Veranstaltungen zunächst in den Händen von Herrn Ralf D. Heydolph (LPR/LMK), so erfolgte schrittweise die Übertragung der Verantwortung für die Durchführung dieser Kurse auf die beiden Fachleiter Klaus P. Wolff und Franz Walz, die sich von Seiten des Studienseminars auch von Anbeginn um die Organisation dieser Projekte gekümmert haben. Unterstützt wurden sie bei ihrer Arbeit durch Herrn Markus Müller vom Offenen Kanal Landau.

Die Kooperation mit der LPR, jetzt medien+bildung.com GmbH (m+b.com)], bietet dem Studienseminar nicht nur die Möglichkeit, auf die ausgezeichnete technische Ausstattung des Offenen Kanals in Landau bzw. in Ludwigshafen zurückzugreifen, sondern das Seminar erhält auch im Rahmen des Ausbildungsbereichs Medienerziehung der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter eine wertvolle Unterstützung durch deren Mitarbeiter. Auf diese Weise ist es bisher gelungen, medienpädagogische Konzepte für die Schule zu entwickeln, anzuregen und umzusetzen.

So lernen die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer beispielsweise in diesen Videoprojekten nicht nur den Umgang mit der Kamera, sondern auch die einzelnen Schritte, die bei der Herstellung eines Videos gemacht werden müssen. Durch diese sehr praxisorientierte Arbeit wird ihnen auch die „Filmsprache“ vermittelt und sie erhalten dadurch einen Einblick in deren Wirkung auf den Zuschauer. Mit diesen grundlegenden Kenntnissen und Einsichten sollen sie in die Lage versetzt werden, selbst sinnvoll Videoprojekte mit Schülern durchzuführen.

Die Kooperation führte beispielsweise dazu, dass sich in den letzten Jahren Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter wiederholt bei den schriftlichen Prüfungen – sprich Hausarbeit – mit medienpädagogischen Themen auseinander setzten oder zusammen mit einer Klasse ein Videoprojekt gestalteten.    

Im Rahmen der Projekte werden die Teilnehmer auch über die Arbeit der Offenen Kanäle sowie über die verschiedenen Möglichkeiten der Kooperation der Schulen mit den Offenen Kanälen informiert, um so einen ersten Zugang zur Zusammenarbeit zu schaffen.

Bei den Workshops kann man beobachten, wie die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer mit großem Engagement und großer Begeisterung ihre Projekte planen und praktisch umsetzen. Deshalb verwundert es nicht, dass die Rückmeldungen ausnahmslos positiv ausfallen. Dabei verweisen die Lehramtsanwärterinnen und  Lehramtsanwärter neben der Erweiterung ihrer technischen Fähigkeiten und Fertigkeiten vor allem auf den großen persönlichen Zugewinn im Bereich der Medienarbeit und Medienerziehung.


(Klaus P. Wolff / Franz Walz, FL Pamina Studienseminar)