Pädagogischer Ansatz

Das Projekt "check the web" von medien+bildung.com wurde mit dem Ziel initiiert, die Internetkompetenz der Jugendlichen zu fördern und das Thema Jugendmedienschutz im Unterricht zu behandeln. Es ist aus der Nachfrage vieler Schulen heraus entstanden, die ein medienpädagogisches Konzept für diese aktuelle Thematik gesucht haben. Gefragt war ein innovatives Projektdesign, das das (an sich für Schüler/innen eher trockene) Thema möglichst attraktiv aufbereitet und das Interesse der Jugendlichen weckt. Schließlich gilt es gerade bei dieser Thematik, den pädagogischen Zeigefinger zu vermeiden, um nicht als technikfeindlich und zurückgeblieben wahrgenommen zu werden, sondern von der Zielgruppe ernst genommen zu werden. Stattdessen sollen sich die Schüler/innen selbst mit verschiedenen Fragestellungen zum Jugendmedienschutz auseinandersetzen, um sich einen eigenen Eindruck von der Faktenlage zu verschaffen und sich auf diesem Fundament eine eigene Meinung zu den Fragen bilden zu können. Sie sollen, wie der Projekttitel bereits sagt, das Internet intensiv "abchecken", um herauszufinden, welche potentiellen Risiken und Gefahren hier vorzufinden sind.

Aus diesem Grund wurde ein Projekt entwickelt, in dem die eigenständige Erarbeitung der Inhalte durch die Schüler/innen ein zentrales Element darstellt. Dies kann in zweierlei Variationen geschehen:
Bei den „Blended-Learning-Projekttagen“ arbeiten die Jugendlichen in einem Online-Kurs, der auf einer Moodle-Lernplattform zu finden ist. Die Schüler-Arbeitsgruppen erhalten verschiedene Themenbereiche und dazu den Auftrag, auf gestellte Fragen anhand angegebener Links und weiterer Quellen im Internet Antworten zu erarbeiten. Die Lehrer/innen und Medienpädagog/innen agieren dabei nicht in der Dozentenrolle, sondern begleiten das Projekt als fachkundiges Personal, das der Klasse bei Problemen und Fragen zur Seite steht.
Die zweite Variante sind sog. „Offline-Projekttage“, an denen die Schulklassen ohne Medieneinsatz arbeiten. Kern dieses Projektdesigns ist die Wissensvermittlung durch Medienpädagog/innen, die weitgehend durch den Einsatz unterschiedlicher pädagogischer Methoden erfolgt. In eigenen Aktivitäten, Spielen und Arbeitsaufträgen setzen sich die Schüler/innen mit den verschiedenen Aspekten der Thematik auseinander und eignen sich so kompetentes Fachwissen an.

Als zusätzliche Variante gibt es die Möglichkeit, die Ergebnisse der Klassen bei einem abschließenden Elternabend zu präsentieren: Hier schlüpfen die Schüler/innen in die für sie ungewohnte Rolle der „Expert/innen“, die ihren Eltern, Lehrern und Mitschüler/innen Informationen präsentieren, die sie während des Projekts erarbeitet haben. Durch diese Ergebnispräsentation wird sichergestellt, dass die Inhalte wirklich verstanden wurden und in eigenen Worten wiedergegeben werden können.

Insgesamt ist dies eine Projektstruktur, die den Schüler/innen eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik abverlangt. Die Jugendlichen müssen sich detailliert und umfassend mit ihrer Fragestellung beschäftigen und eine komplexe Lösung erarbeiten, sie treffen in diesem Projekt auf eine selbständige Arbeits- und Präsentationsform, die sich vom normalen Unterrichtsverlauf unterscheidet. So erhält das Projekt auch formal die Sonderrolle, die es inhaltlich bereits einnimmt.

Das Thema "Jugendmedienschutz" lässt sich nicht ohne weiteres im Unterricht behandeln. In dem  Projekt „check the web“ zeigt sich jedoch, dass eine nachhaltige und ertragreiche Auseinandersetzung mit der Thematik in der Schule gelingen kann.